Allgemein- und Visceralchirurgie

Die Visceralchirurgie (von lat. Viscera = die Eingeweide) befasst sich mit der operativen Behandlung der inneren Organe. In der Klinik Preetz wurden 2013 ca. 1.000 visceralchirurgische Eingriffe durchgeführt, fast die Hälfte davon minimalinvasiv, also per Bauchspiegelung mit kleinstmöglichen Schnitten unter Nutzung modernster HDTV- und Ultraschalltechnik. Der Schwerpunkt der operativen Behandlung liegt auf folgenden Gebieten:

Leistungsspektrum

  • Krebschirurgie der Bauchorgane
    Stadien- und leitliniengerechte onkologische Chirurgie (= Krebschirurgie) der Bauchorgane, nämlich:

    • Magen
    • Dickdarm
    • Mastdarm
    • Leber / Gallenwege / Gallenblase

    Einschließlich der notwendigen Entfernung aller zugehörigen Lymphknoten.
    In manchen Fällen ist eine Zusatzbehandlung erforderlich. Diese kann in Form einer Chemotherapie in der Inneren Abteilung unseres Hauses oder durch Onkologen in der Umgebung durchgeführt werden. Ist eine Strahlentherapie vor und/oder nach der Operation medizinisch angezeigt, erfolgt diese in enger Kooperation in der Klinik für Strahlentherapie der Universitätsklinik Kiel.

  • Operationen an Gallenblase, Gallengängen und Leber

    • laparoskopische Gallenblasenentfernungen („Schlüssellochchirurgie“)
    • bei Bedarf offen-chirurgische Gallenblasenentfernung
    • Operation von Gallengangserkrankungen (Steine, Fehlbildungen, Engstellungen) inklusive Umgehungsoperationen
    • Leberteilentfernungen bei begrenzten Prozessen
    • Operationen von Leberzysten (meistens laparoskopisch)
  • Blinddarmentfernungen
    überwiegend laparoskopisch
  • Operationen von Bauchwandbrüchen
    laparoskopisch oder offen

    • Leistenbrüche, OP überwiegend laparoskopisch, aber auch offen mit und ohne Netzimplantation
    • Narbenbrüche, je nach Befund mit oder ohne Kunststoffmaterial zur Bauchwandverstärkung, bei Bedarf auch Ersatz fehlender Bauchwand durch Kunststoffmaterial (laparoskopisch oder offen)
    • Nabelbrüche, häufig ambulant möglich
    • Oberbauchbrüche, häufig ambulant möglich
  • Schilddrüsenoperationen
    Teilweise oder vollständige Entfernung der Schilddrüse bei gutartigen Erkrankungen (Knoten, Überfunktion, Morbus Basedow) unter Verwendung eines Nervenstimulationsgerätes zur sicheren Schonung des Stimmbandnerven
  • Operationen an Dünn- und Dickdarm

    • Teilentfernung des Dickdarms bei Divertikelerkrankung (Sigmaresektion), im entzündungsfreien Zeitraum regelhaft laparoskopisch, wenn möglich mit Single-Port-Technik (nur ein ca. 3–4 cm großer Schnitt für die gesamte Operation)
    • Darmoperationen bei Verwachsungen, Tumoren, Darmverschluss etc.
    • Beseitigung von Engstellungen, ggf. Teilentfernung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, z. B. Morbus Crohn
    • Anlage künstlicher Darmausgänge (offen oder laparoskopisch)
    • Operationen bei Beckenbodenschwäche, ggf. in Zusammenarbeit mit der gynäkologischen Abteilung
  • Operationen an Magen und Zwölffingerdarm bei gutartigen Erkrankungen
    offen oder laparoskopisch

    • OP bei (durchgebrochenen) Geschwüren
    • OP bei Zwerchfellbrüchen (Refluxerkrankung), überwiegend laparoskopisch, teilweise unter Verwendung von Biomaterial zur Gewebeverstärkung
    • Magenteilentfernungen bei gutartigen Geschwülsten
    • Umgehungsoperationen bei Magenausgangsenge
    • Magenfistelanlage
  • Sonstige Operationen

    • Implantationen von Kathetern zur Chemotherapie/Ernährung („Portkatheter“), häufig ambulant möglich
    • Entfernung von Lymphknoten zu diagnostischen und therapeutischen Zwecken, häufig ambulant möglich
    • Anlage und Beseitigung von Luftröhrenschnitten
    • diagnostische Bauchspiegelungen
    • Hämorrhoiden
    • Steißbeinfisteln
    • Druckgeschwüre am Rumpf
    • Onkologische Eingriffe an Lymphknoten der großen Bauchgefäße (paracortal und paracaval)
    • Netzentfernungen und Tumorentfernungen im Bauchfell bei fortgeschrittenen gynäkologischen Krebserkrankungen (gemeinsam mit der gynäkologischen Abteilung)